Kosten fürs Zusammenziehen berechnen
Rechnet Miete, Nebenkosten, Kaution, Umzug und Möbel zusammen und seht, was eure erste gemeinsame Wohnung im Monat kostet, was einmalig anfällt und wie viel ihr vor der Schlüsselübergabe sparen solltet. Mit euren heutigen Ausgaben zeigt der Rechner auch, ob ihr durchs Zusammenziehen Geld spart.
So funktioniert der Rechner fürs Zusammenziehen
Der Rechner teilt das Geld in zwei Töpfe, weil sie euer Budget unterschiedlich belasten: die laufenden Kosten der neuen Wohnung, die jeden Monat wiederkommen, und die einmaligen Kosten, die vor oder direkt nach dem Umzug anfallen.
Beide Summen werden als Ausgangspunkt 50/50 aufgeteilt. Wenn ihr angebt, was jede Person heute für dieselben Posten zahlt (Warmmiete, Strom, Internet, Lebensmittel, Abos), vergleicht der Rechner das mit den laufenden Kosten der neuen Wohnung und zeigt eure Ersparnis (oder Mehrkosten) pro Monat und pro Jahr. Gibt es eine Ersparnis, schätzt er außerdem, nach wie vielen Monaten sie die Umzugskosten wieder hereingeholt hat.
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Checkliste: Was kostet die erste gemeinsame Wohnung?
Die Felder sind mit einer Schätzung für eine 2-Zimmer-Wohnung in einer deutschen Großstadt vorausgefüllt. Ersetzt sie durch die Zahlen aus den Exposés, die ihr euch anschaut, und durch eure aktuellen Rechnungen.
Laufende Kosten
- Kaltmiete und Nebenkosten inkl. Heizung. Die Vorauszahlungen sind eine Schätzung; zu zweit wird mehr geheizt und geduscht, und eine Nachzahlung bei der Jahresabrechnung ist möglich.
- Strom. Ein Vertrag, eine Grundgebühr statt zwei.
- Internet und Handy. Ein Anschluss statt zwei.
- Rundfunkbeitrag. Er wird pro Wohnung nur einmal fällig. Wer zur zahlenden Person zieht, kann sich beim Beitragsservice abmelden.
- Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Viele Versicherer bieten Partnertarife, auch für unverheiratete Paare. Prüft, ob ihr einen Vertrag kündigen könnt.
- Lebensmittel. Für zwei einzukaufen ist pro Kopf günstiger, aber hier läuft das Budget oft aus dem Ruder.
- Streaming und Abos. Ein guter Moment, doppelte Abos zu kündigen.
Einmalige Kosten
- Mietkaution. Nach § 551 BGB höchstens 3 Nettokaltmieten. Ihr dürft sie in drei monatlichen Raten zahlen, die erste zu Beginn des Mietverhältnisses. Am Ende bekommt ihr sie zurück, abzüglich berechtigter Forderungen.
- Umzug mit Transporter oder Umzugsfirma.
- Möbel. Legt erst zusammen, was ihr beide schon habt.
- Küche oder Ablöse. Viele Mietwohnungen haben keine Einbauküche. Eine Ablöse für die Küche des Vormieters ist verhandelbar.
- Renovierung und Malerarbeiten, je nach Zustand der Wohnung.
- Haushaltsgrundausstattung für Küche, Bad und Schlafzimmer.
- Doppelte Miete. Die gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter beträgt in der Regel drei Monate. Überschneiden sich alte und neue Miete, tragt das unter „Sonstiges“ ein.
Gut zu wissen: Seit dem Bestellerprinzip zahlt bei Mietwohnungen die Maklerprovision, wer den Makler beauftragt hat, meist also der Vermieter. Und meldet euch innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug beim Bürgeramt um; dafür braucht ihr die Wohnungsgeberbestätigung.
Beispiel: Kosten fürs Zusammenziehen mit den Standardwerten
Mit den vorausgefüllten Werten: Kaltmiete von 950 €, Kaution von 3 Kaltmieten, und heute zahlt ihr 1.200 € und 1.100 € im Monat für Warmmiete, Strom, Internet, Lebensmittel und Abos.
| Posten | Zusammen | Pro Person (50/50) |
|---|---|---|
| Laufende Kosten der neuen Wohnung | 1.888,36 € | 944,18 € |
| Mietkaution (3 × 950 €) | 2.850 € | 1.425 € |
| Umzug, Möbel, Küche, Renovierung, Ausstattung | 5.400 € | 2.700 € |
| Einmalige Kosten | 8.250 € | 4.125 € |
| So viel vorher sparen | 10.138,36 € | 5.069,18 € |
Heute gebt ihr zusammen 2.300 € im Monat aus. In der gemeinsamen Wohnung sind es 1.888,36 €: eine Ersparnis von 411,64 € im Monat, 4.939,68 € im Jahr. Dem stehen 8.250 € einmalige Kosten gegenüber, die die Ersparnis in rund 21 Monaten wieder hereinholt. 2.850 € davon sind die Kaution, die ihr beim Auszug zurückbekommt.
Tipp: Damit der Vergleich fair ist, müssen eure heutigen Kosten dieselben Posten enthalten wie die neue Wohnung: Warmmiete, Strom, Internet, Lebensmittel und Abos. Fehlen die Lebensmittel auf einer Seite, ist das Ergebnis verzerrt.
Spart man Geld, wenn man zusammenzieht?
Meistens ja, aber nicht automatisch. Die Ersparnis entsteht, weil ihr eine Miete statt zwei zahlt und Kosten teilt, die sich mit einer zweiten Person nicht verdoppeln: Internet, Rundfunkbeitrag, Versicherungen, Abos und die Grundgebühren für Strom.
Drei Dinge fressen diese Ersparnis gern wieder auf:
- Eine deutlich größere Wohnung. Wer aus zwei 1-Zimmer-Wohnungen oder zwei WG-Zimmern in eine 2- oder 3-Zimmer-Wohnung in besserer Lage zieht, zahlt oft fast so viel wie vorher zusammen.
- Ein Lebensstil, der mitwächst. Mehr Lieferdienst, mehr Essen gehen, Anschaffungen, die vorher keiner hatte. Jeder Posten wirkt klein, zusammen werden sie zu einer neuen Rechnung.
- Hohe Einstiegskosten. Kaution, Küche und Möbel brauchen viele Monate, bis sie durch die Ersparnis wieder drin sind.
Deshalb zeigt der Rechner, nach wie vielen Monaten sich der Umzug rechnet. Ist die Zahl sehr hoch oder entstehen Mehrkosten, lohnt es sich, die Wohnungsgröße oder die Erstausstattung noch einmal zu überdenken. Und wenn eine Person heute mietfrei bei der Familie wohnt, dreht sich die Frage um: Zusammenziehen spart dann kein Geld, es kostet Geld. Das ist in Ordnung, solange es eingeplant ist.
Wie viel solltet ihr vor dem Zusammenziehen sparen?
Der Rechner empfiehlt, die einmaligen Kosten plus einen vollen Monat laufende Kosten zurückzulegen. Der zusätzliche Monat fängt die Überraschungen der ersten Wochen ab: die erste Miete, die mit der Kautionsrate zusammenfällt, eine höhere Stromrechnung als gedacht, die Lücke bis zum nächsten Gehalt.
Im Beispiel sind das 10.138,36 € insgesamt, also 5.069,18 € pro Person. Wenn euch das viel vorkommt, gibt es Stellschrauben:
- Kaution in Raten zahlen. Das ist euer gutes Recht und entlastet den Einzugsmonat.
- Kündigungsfristen abstimmen. Drei Monate doppelte Miete können mehr kosten als die Möbel. Fragt den Vermieter nach einem Nachmieter oder einem Aufhebungsvertrag.
- Schrittweise kaufen. Bett und Küche zuerst, Sofa und Deko später.
- Vorsicht mit Ratenkäufen. Eine finanzierte Küche macht den Umzug nicht billiger, sie verschiebt die Kosten nur in die nächsten Monate.
Dieses Geld ist nicht euer Notgroschen, der nach dem Umzug weiter unangetastet bleiben sollte. Wenn ihr noch keinen habt, hilft der Notgroschen-Rechner beim Festlegen der Summe.
Mietvertrag, Kostenaufteilung und die ersten Monate
Wer kommt in den Mietvertrag?
Am sichersten ist es meist, wenn beide den Mietvertrag unterschreiben. Dann habt ihr dieselben Rechte an der Wohnung und haftet gemeinsam für die Miete; kündigen könnt ihr allerdings nur gemeinsam. Unterschreibt nur eine Person, haftet sie allein gegenüber dem Vermieter. Zieht jemand in eine bestehende Wohnung nach, braucht es in der Regel die Erlaubnis des Vermieters, auf die man beim Lebenspartner meist einen Anspruch hat.
Unverheiratete Paare sind rechtlich weniger abgesichert als Ehepaare. Eine einfache schriftliche Vereinbarung darüber, wer was bezahlt hat, vor allem bei größeren Möbeln oder der Küche, kann euch später ein schwieriges Gespräch ersparen.
Was ist gemeinsam, was bleibt privat?
Legt vor dem Umzug fest, was Haushaltskosten sind (Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Putzmittel) und was privat bleibt (Kleidung, Fitnessstudio, alte Kredite, Geschenke für die eigene Familie). Verdient ihr sehr unterschiedlich, fühlt sich 50/50 vielleicht nicht fair an: Der Rechner „Faire Aufteilung für Paare“ zeigt den Anteil jeder Person nach Einkommen. Ob ein Gemeinschaftskonto sinnvoll ist, klärt unser Ratgeber Gemeinschaftskonto oder getrennte Konten.
Die ersten Monate: aufschreiben und nachjustieren
In den ersten Monaten ist euer Budget noch eine Schätzung. Haltet fest, welche Haushaltsrechnungen anfallen und wer was bezahlt hat. TakeControl hilft dabei: Miete und Internet legt ihr als wiederkehrende Ausgaben an, den Einkauf tragt ihr direkt ein (auch per Sprache oder durch Scannen des Kassenbons), teilt 50/50 oder nach Prozent und seht jederzeit, wer wem etwas schuldet.
Nach drei Monaten setzt ihr euch mit den echten Zahlen zusammen und rechnet noch einmal. Das ist der richtige Zeitpunkt, die Aufteilung anzupassen, Kostenfresser zu streichen und zu prüfen, ob die erwartete Ersparnis eingetreten ist. Unser Ratgeber zu Lebenshaltungskosten als Paar hilft, dieses Gespräch zu strukturieren.
Häufig gestellte Fragen
Das hängt von Stadt und Wohnung ab, aber die Rechnung hat zwei Teile: laufende Kosten (Kaltmiete, Nebenkosten, Strom, Internet, Versicherungen, Lebensmittel) und einmalige Kosten (Kaution, Umzug, Möbel, Küche). Mit den Standardwerten des Rechners für eine 2-Zimmer-Wohnung in einer Großstadt zahlt ein Paar 1.888,36 € im Monat und braucht 8.250 € für den Einzug. Setzt eure echten Zahlen ein, um euren Betrag zu sehen.
Meistens ja, weil ihr eine Miete statt zwei zahlt und Fixkosten wie Internet, Rundfunkbeitrag und Versicherungen teilt. Die Ersparnis schrumpft aber, wenn die neue Wohnung deutlich größer ist oder der Lebensstil mitwächst. Vergleicht eure heutigen Kosten mit denen der neuen Wohnung, mit denselben Posten auf beiden Seiten. Mit den Standardwerten des Rechners spart ein Paar 411,64 € im Monat.
Eine gute Faustregel: die einmaligen Kosten (Kaution, Umzug, Möbel, Küche) plus einen vollen Monat laufende Kosten der neuen Wohnung. Der Extramonat fängt Überraschungen am Anfang ab. Dieses Geld ist getrennt vom Notgroschen, der nach dem Umzug unangetastet bleiben sollte.
Nach § 551 BGB höchstens drei Nettokaltmieten, also ohne Nebenkosten. Mieter dürfen die Kaution in drei monatlichen Raten zahlen, die erste zu Beginn des Mietverhältnisses. Am Ende des Mietverhältnisses wird sie mit Zinsen zurückgezahlt, abzüglich berechtigter Forderungen des Vermieters.
Nein. Der Rundfunkbeitrag wird pro Wohnung erhoben, nicht pro Person. Wenn ihr zusammenzieht, zahlt nur eine Person weiter; die andere kann sich beim Beitragsservice abmelden und dabei die Beitragsnummer der zahlenden Person angeben.
Der Rechner zeigt eine 50/50-Aufteilung als Ausgangspunkt. Bei sehr unterschiedlichen Gehältern teilen viele Paare lieber im Verhältnis zum Einkommen. Der TakeControl-Rechner „Faire Aufteilung für Paare“ berechnet die Anteile in Sekunden.
Schreibt zumindest in den ersten Monaten auf, welche Haushaltsrechnungen anfallen und wer was bezahlt hat. Eine App wie TakeControl erfasst wiederkehrende Ausgaben wie Miete und Internet, teilt 50/50 oder nach Prozent und zeigt, wer wem etwas schuldet. So könnt ihr nach drei Monaten mit echten Zahlen nachjustieren.
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