WG-Miete aufteilen: Rechner nach Zimmergröße
Größeres Zimmer, eigenes Bad, Balkon: Nicht jedes WG-Zimmer ist gleich viel wert. Gib die Warmmiete und die Zimmer ein und sieh, was jede Person zahlt, während Küche und Flur gleichmäßig geteilt werden.
So funktioniert der WG-Mietrechner
Der Rechner teilt die Miete in zwei Töpfe. Der erste deckt die Gemeinschaftsräume ab (Küche, Wohnzimmer, Flur, gemeinsames Bad) und wird pro Kopf gleich verteilt, weil alle sie nutzen. Der zweite ist der Zimmeranteil, der sich nach Größe und Ausstattung jedes Zimmers richtet.
- Stellplatz: Die Miete pro Stellplatz wird vorab abgezogen und nur von denen gezahlt, die einen nutzen.
- Gemeinschaftsräume: Ein Teil des Rests (standardmäßig 40 %) wird zu einem gleichen Anteil pro Person. Ein Paarzimmer bekommt zwei Anteile.
- Zimmeranteil: Der Rest wird nach dem Gewicht jedes Zimmers verteilt, also Fläche mal Ausstattung.
- Ausstattung: Ein eigenes Bad erhöht das Gewicht um 20 %, ein Balkon um 10 %, ein Einbauschrank um 5 %.
Die Quadratmeter stehen meist im Grundriss oder lassen sich mit dem Zollstock messen. Es zählt nur das Verhältnis der Zimmer zueinander, also messt alle auf dieselbe Weise. Die Berechnung läuft nur in deinem Browser.
Beispiel: WG-Miete berechnen bei 1.650 € warm
Drei Leute teilen sich eine Wohnung für 1.650 € Warmmiete. Zimmer 1 hat 18 m² und einen Balkon, Zimmer 2 hat 14 m², Zimmer 3 hat 11 m². Mit 40 % für die Gemeinschaftsräume ergibt sich:
| Zimmer | Größe und Ausstattung | Gewicht | Gemeinschaftsräume | Zimmeranteil | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| Zimmer 1 | 18 m², Balkon | 19,8 | 220,00 € | 437,54 € | 657,54 € |
| Zimmer 2 | 14 m² | 14,0 | 220,00 € | 309,38 € | 529,38 € |
| Zimmer 3 | 11 m² | 11,0 | 220,00 € | 243,08 € | 463,08 € |
Die 660 € für Gemeinschaftsräume (40 % der Miete) sind 220 € pro Person. Die übrigen 990 € folgen den Gewichten: Zimmer 1 zählt mit Balkon als 18 × 1,1 = 19,8. Pro Kopf gleich verteilt würde jede Person 550 € zahlen. Nach Zimmern zahlt die Person mit Balkonzimmer rund 108 € mehr, die im kleinsten Zimmer spart rund 87 €.
Und wenn ein Paar Zimmer 1 bezieht? Dann wohnen vier Personen in der WG, jeder Anteil für Gemeinschaftsräume sinkt auf 165 € und das Paarzimmer trägt zwei davon. Zimmer 1 kostet dann 767,54 € (383,77 € pro Person), Zimmer 2 474,38 € und Zimmer 3 408,08 €.
Warum die Miete nach Zimmergröße allein nicht fair ist
Die Miete nach Zimmergröße aufzuteilen klingt logisch, übersieht aber, dass ein großer Teil der Wohnung allen gehört. Küche, Bad und Flur nutzt jede Person gleich, egal wer im größten Zimmer wohnt.
Würde die ganze Miete nur den Quadratmetern folgen (Gemeinschaftsanteil 0 %), zahlte Zimmer 1 im Beispiel 729,24 € und Zimmer 3 nur 405,13 €. Fast doppelt so viel, als würde die Person im kleinen Zimmer nie kochen. Der Anteil für Gemeinschaftsräume gleicht das aus.
Wie hoch der Anteil der Gemeinschaftsräume sein sollte
Eine feste Regel gibt es nicht. In der Praxis passen meist 30 bis 50 %. So verändert sich das Beispiel:
| Gemeinschaftsanteil | Zimmer 1 | Zimmer 2 | Zimmer 3 |
|---|---|---|---|
| 30 % | 675,47 € | 525,94 € | 448,59 € |
| 40 % | 657,54 € | 529,38 € | 463,08 € |
| 50 % | 639,62 € | 532,81 € | 477,57 € |
- Eher höher (45 bis 50 %), wenn es ein großes Wohnzimmer oder eine Wohnküche gibt und ihr viel Zeit zusammen verbringt.
- Eher niedriger (30 bis 35 %), wenn es nur eine kleine Küche gibt und jede Person vor allem im eigenen Zimmer lebt.
- Im Zweifel mit 40 % starten und anpassen, bis alle das Ergebnis fair finden.
WG-Zimmer fair bewerten: Bad, Balkon und Durchgangszimmer
Ein eigenes Bad ist in einer WG viel wert: kein Warten morgens, kein Putzplan fürs Bad der anderen. Deshalb erhöht es das Gewicht des Zimmers um 20 %. Ein Balkon zählt 10 %, ein Einbauschrank 5 %.
Manches misst der Rechner nicht. Typisch ist das Durchgangszimmer, durch das andere laufen müssen, um in ein weiteres Zimmer oder auf den Balkon zu kommen. Auch Dachschrägen, ein Zimmer zur lauten Straße oder ein kleines Fenster mindern den Wert. Ein einfacher Ausgleich ist, für solche Zimmer etwas weniger Fläche einzugeben.
Bei Dachschrägen hilft als grobe Orientierung, nur die Fläche mit ausreichender Stehhöhe voll zu zählen. Entscheidend ist, dass ihr euch auf eine Regel einigt und sie für alle Zimmer gleich anwendet.
Warmmiete, Nebenkosten und Mietvertrag in der WG
- Warmmiete statt Kaltmiete: Gib die Kaltmiete plus Nebenkosten ein, also das, was ihr monatlich an den Vermieter überweist. Heizung und Betriebskosten hängen mit der Wohnung zusammen und laufen so automatisch mit.
- Strom und Internet: Diese Verträge laufen meist separat und hängen vom Verbrauch ab. Teilt sie pro Kopf, nicht nach Zimmergröße.
- Nebenkostenabrechnung: Kommt eine Nachzahlung oder ein Guthaben, verteilt ihr sie am einfachsten im selben Verhältnis wie die Miete des betreffenden Zeitraums.
- Hauptmieter und Untermiete: Oft steht nur eine Person im Vertrag und vermietet die anderen Zimmer unter. Dafür braucht es in der Regel die Erlaubnis des Vermieters, und der Hauptmieter haftet für die ganze Miete. Haltet die Aufteilung schriftlich fest.
- Alle im Vertrag: Stehen alle im Mietvertrag, haften sie meist gemeinsam für die volle Miete. Eine schriftliche Absprache über die Anteile schafft trotzdem Klarheit.
- Paar im selben Zimmer: Zwei Personen nutzen Küche und Bad mehr, deshalb trägt das Zimmer zwei Gemeinschaftsanteile.
Zieht ihr als Paar statt in eine WG zusammen? Der Rechner „Kosten fürs Zusammenziehen“ hilft beim Planen von Umzug und erstem Monat.
So behaltet ihr die WG-Kosten im Alltag im Blick
Die Aufteilung einmal festzulegen ist leicht. Schwieriger ist es, Monat für Monat den Überblick zu behalten: Die Miete geht vom Konto einer Person ab, der Strom von einer anderen, das Internet läuft über eine dritte, und irgendwann weiß niemand mehr, wer wem etwas schuldet.
TakeControl hilft dabei. Ihr erfasst die gemeinsamen Rechnungen der Wohnung jeden Monat, haltet fest, wer was bezahlt hat, und teilt gleichmäßig, nach Prozent oder mit festen Beträgen. Die Miete kann die Werte aus diesem Rechner übernehmen, Strom und Internet die Teilung pro Kopf. Die App zeigt, wer wem wie viel schuldet, und funktioniert auch offline.
Für die übrigen WG-Regeln (Haushaltskasse, Zahlungsfristen, Umgang mit Verspätungen) lies den Ratgeber WG-Kosten fair teilen.
Wenn jemand aus- oder einzieht
Rechnet neu, sobald sich die WG verändert. Zieht jemand aus und das Zimmer steht leer, klärt vorher, wer den Anteil bis zum Nachmieter trägt. Kommt jemand Neues, zeigt der Rechner, was das Zimmer kostet, bevor ihr die Anzeige schaltet.
Häufig gestellte Fragen
Teilt die Miete in zwei Teile. Ein Anteil, meist 30 bis 50 %, deckt die Gemeinschaftsräume ab und wird pro Kopf gleich verteilt. Der Rest richtet sich nach der Zimmergröße, mit Zuschlägen etwa für ein eigenes Bad oder einen Balkon. So zahlt das größte Zimmer mehr, aber alle tragen ihren Teil von Küche und Bad.
Besser nicht. Küche, Bad und Flur nutzen alle gleich, egal wie groß ihr Zimmer ist. Wer die ganze Miete nur nach Quadratmetern verteilt, lässt die Person im kleinen Zimmer zu wenig für die Gemeinschaftsräume zahlen und belastet das große Zimmer zu stark.
Meist passen 30 bis 50 %; 40 % sind ein guter Startwert. Bei großer Wohnküche oder Wohnzimmer eher mehr, bei kleinen Gemeinschaftsräumen und wenig gemeinsamer Zeit eher weniger.
Das Zimmer zahlt seinen Zimmeranteil nach Größe und Ausstattung wie jedes andere, trägt aber zwei Anteile für die Gemeinschaftsräume, weil zwei Personen Küche und Bad nutzen. Der Gesamtbetrag des Zimmers wird dann auf beide verteilt.
Am einfachsten die Warmmiete, also Kaltmiete plus Nebenkosten, weil ihr meist beides gemeinsam überweist. Strom und Internet laufen oft über eigene Verträge und werden besser separat pro Kopf geteilt.
Rechnet die Aufteilung mit der neuen Besetzung neu. Klärt vorher, wer den Anteil des leeren Zimmers bis zum Nachmieter trägt. Gerade wenn nur ein Hauptmieter im Vertrag steht, sollte das schriftlich festgehalten werden.
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